Sedimentgestein
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Sedimentgestein

Sedimente entstehen durch Erosion, Transport und Ablagerung von Gesteinen und deren Verwitterungsprodukten oder durch Ausfällung oder Ausscheidung gelöster Stoffe.

Grundlegende Eigenschaften

Charakteristisch für Sedimente ist die auf Materialwechsel zurückgehende Schichtung. Eine Schicht bildete dabei für zumindest kurze Zeit die Erdoberfläche. Weiterhin sind Sedimentgesteine die einzigen Gesteine, die Fossilien enthalten können. Die Einwirkung von hohem Druck und /oder hoher Temperatur war bei Sedimentgesteinen während der gesamten Dauer ihrer Existenz nicht gegeben.

Die sedimentbildenden Prozesse werden durch die Wirkungen der Atmosphäre, der Hydrosphäre und der Biosphäre auf die Oberfläche des festen Erdkörpers beeinflusst. Das Sediment wird dabei von den Bedingungen geprägt, unter denen es entstanden ist. Alle Umweltbedingungen, die zur Bildung eines Sedimentes beitragen, werden unter dem Begriff Milieu zusammengefasst, die daraus resultierenden Eigenschaften bezeichnet man als Fazies eines Gesteins. Milieu und Fazies sind charakteristisch für verschiedene Sedimentationsräume.

Sedimentgesteine unterteilt man in die großen Gruppen Klastische Sedimente, Chemische Sedimente, Biogene Sedimente und als Sonderform die Rückstandsgesteine.

Einteilung

1 - Klastische Sedimente

Als Klastika bezeichnet man Sedimentgesteine, deren Material aus der mechanischen Zerstörung anderer Gesteine stammt. Eine weitere Bezeichnung ist Trümmergestein. Klastische Sedimente werden anhand des Korngrößenspektrums und des Materiales, aus dem sie bestehen charakterisiert.

Korngrößen

Die Lockersedimente werden wie die Korngrößen einfach als Ton, Schluff, Sand oder Kies bezeichnet. Noch gröberes Material nennt man Schotter (bei abgerundeten Partikeln) oder Schutt (bei eckigen).

Je nach der Korngröße unterscheidet man folgende klastische Festgesteine:

• Konglomerat bzw. Brekzie bei Korngrößen größer als 2 mm. Konglomerate bestehen aus abgerundeten, Brekzien aus eckigen Gesteinstrümmern.

• Sandstein besteht überwiegend aus Quarzkörnern der Korngröße 0,063 bis 2 mm.

• Schluffstein (oder Siltstein) besteht aus Körnern, die zwischen 0,002 und 0,063 mm groß sind.

• Tonstein enthält überwiegend Partikel, die kleiner als 0,002 mm (2µm) sind.

In der Fachsprache verwendet man die Begriffe Psephite (für große Korngrößen), Psammite (für mittlere) und Pelite (für kleine Korngrößen).

Material

• Enthält ein Sandstein bedeutende Mengen anderer Minerale (vor allem Feldspat), spricht man von einer Arkose

• Ein klastisches Sedimentgestein aus unterschiedlichen Mineralen und mit breitem Korngrößenspektrum, die von einem Trübestrom abgelagert wurden, wird Turbidit genannt.

Bindemittel

Die Körner und Mineralkomponenten, aus denen die klastischen Sedimentgesteine bestehen, sind mit Hilfe von chemischen oder mineralischen Bindemitteln verkittet. Hierbei kann es sich um Tonmineralien, kalkige Bindemittel (CaCO3), kieselige Bindemittel (SiO2) und ferritische Bindemittel (FeO(OH)) handeln.

Beispiele

Beispiele für klastische Gesteine sind Sandstein, Schluffsteine, Arkosen, Grauwacken, Konglomerate. Eine Sonderform der klastischen Sedimente sind pyroklastische Sedimente. Dies sind diagenetisch unverfestigte und verfestigte Gesteine, die aus von Vulkanen ausgeworfenem klastischen Material bestehen (etwa Tuff, Bimsstein).

Chemische Sedimente

Chemische Sedimentite entstehen durch die Fällung gelöster Stoffe aus übersättigten Lösungen. Häufig werden dabei die Evaporite (Karbonate, Sulfate, Halogenide und andere Salze) gebildet, die mächtige Gesteinspakete umfassen und Formationen bilden können, wie z. B. der Zechstein in Nord- und Mitteldeutschland.

2 - Biogene Sedimente

Biogene Sedimentite, auch organogene Sedimentite oder Biolithe, werden durch Aktivitäten von lebenden Organismen wie auch aus Resten von toten Organismen gebildet. Hierzu gehören die aktive Ausscheidung mineralischer Substanzen, die sich zu mächtigen Sedimentpaketen anhäufen können, wie z. B. Riffkalke. Reste abgestorbener Organismen können auch größere Sedimentkörper bilden, z. B. Torf oder Kohle, die durch die Anhäufung von abgestorbenen Pflanzenresten entstehen, oder "Bone beds" u.a.

3 - Rückstandsgesteine

Rückstandsgesteine, auch Residualgesteine, entstehen aus den Rückständen chemisch aufbereiteter Gesteine am Ort der Gesteinszerstörung (Verwitterung) wie z. B. Laterit (aus fast allen Gesteinen), Bauxit (aus Karbonatgestein -> Kalkbauxit oder Silikatgestein -> Silikatbauxit) und Kaolin (aus Granit, Rhyolith, Arkose).

Der Naturstein im Hintergrund ist Cuartezito Rosa aus Brasilien.
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